Trading mit CFDs – Demokratisierung im Börsenhandel?

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Trading mit CFDs – Demokratisierung im Börsenhandel?

CFDs sind seit einigen Jahren in aller Munde und werden auch in unseren Handelsstrategien erfolgreich eingesetzt. An dieser Stelle wollen wir kurz und bündig auf Funktion sowie die Vor- und Nachteile dieser beliebten Finanzprodukte eingehen.


BMW-Aktie im Tageschart.

Grundlagen: Was sind CFDs?

CFDs (Contracts for Difference oder zu Deutsch Differenzgeschäfte) sind Derivate, also Finanzprodukte, abgeleitet von der Entwicklung eines Basiswerts. Ein solcher Basiswert, oder auch „Underlying“ genannt, können alle börsengehandelten Produkte wie Aktien, Rohstoffe, Futures, Devisen, Anleihen oder Indizes sein. Während die Preisbildung dieser Anlageprodukte von den Faktoren Angebot und Nachfrage abhängt, erfolgt die Preisbildung der CFDs in Anlehnung an die Basiswerte der Börsen. Verändert sich also eine BMW-Aktie an der Frankfurter Börse um ein Prozent im Wert, sollte sich auch der CFD auf diese Aktie um diesen Wert verändern. Die Wertentwicklung eines solchen CFDs ist also explizit von einem bestimmten börsennotierten Basiswert abhängig.

Vorteile und Funktionsweise der CFDs

Vom Grundsatz her verdient man mit einem CFD ganz einfach an der Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem erzielten Verkaufskurs. Ähnlich wie im Aktienhandel kann man so von Kursveränderungen oder –schwankungen profitieren, ohne jedoch diese Wertpapiere physisch in sein Depot aufnehmen zu müssen. Man geht ein außerbörsliches Geschäft mit einem Broker ein, partizipiert jedoch an der börslich gehandelten Entwicklung des Underlyings.

Dazu ein erklärendes Beispiel:

Im rechten Chartbild sehen wir die BMW-Aktie. Diese wird derzeit am elektronischen Börsenplatz XETRA zu 91,04 Euro gehandelt. Wir wollen an dieser Stelle auf eine Kurssteigerung spekulieren und rechnen kurzfristig mit einem Prozent Gewinnsteigerungspotenzial, also einem Zielbereich von 91,95 Euro oder 0,91 Euro Gewinn je Aktie.

Kauft man nun 100 Aktien zum Kurs von 91,04 Euro erzielt man, vor Kosten, 91,00 Euro an Gewinn. Man bindet jedoch 100 x 91,04 Euro = 9.104,00 Euro an Depotkapital.

Der Handel mit oder „auf“ Margin

Kauft man dagegen 100 CFDs zum Kurs von 91,04 Euro erzielt man den gleichen Gewinn, vor Kosten, nämlich 91,00 Euro. Nun kommt der erste große Vorteil der CFDs ins Spiel, nämlich das Trading mit oder „auf“ Margin. Während man beim Kauf von Aktien den vollständigen Gegenwert aufbringen muss, hinterlegt man beim CFD-Broker nur eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Im Normalfall sind das ein bis drei Prozent. Rechnen wir mit dem Mittelwert von zwei Prozent müssen wir nur 182,08 Euro an Marginleistung erbringen beziehungsweise nur diesen Betrag an Depotkapital binden.

Der Hebeleffekt

So wird unser Depot deutlich agiler und wir können entweder mit dem frei gewordenen Kapital andere Trades eingehen, den Cashbestand halten oder sogar ein Vielfaches an BMW-CFDs bewegen. Damit haben wir einen natürlichen Hebel gegenüber dem klassischen Börsenhandel geschaffen.

Mit CFDs können somit auch die „kleinen Leute“ an der Börse aktiv werden. Bereits Depotgrößen von 500,00 Euro bis 5.000,00 Euro ermöglichen ein sinnvolles Money- und Risikomanagement. Damit schaffen es die CFDs, den Börsenhandel zu demokratisieren und ermöglichen einer Vielzahl von Tradern den Zugang zu den Hauptmärkten.

Hohe Marktbreite bei geringen Kosten

Ein weiterer Vorteil ist die Vielzahl an Anlagemöglichkeiten. Moderne CFD-Broker bieten nahezu alle Basiswerte auch in Form der Differenzkontrakte an. Zudem kommen niedrige Transaktionskosten, Spreads, die Möglichkeit von Leerverkäufen (Short-Positionen), konstante Hebel, geringe Marginanforderungen und eine hohe Transparenz in Sachen Preisbildung. Auch kostenlose Datenfeeds und Analysesoftwarelösungen werden standardmäßig angeboten. Hier gilt es jedoch die Spreu vom Weizen zu trennen – nicht alle Broker handeln im Sinne ihrer Kunden. Unabhängige Hilfe zum Thema Brokerwahl finden Sie unter http://www.brokerdeal.de/brokervergleich?=ts

Nachteile der CFDs

Der größte Vorteil der CFDs kann unerfahrenen Tradern leider auch zum Nachteil werden. Zwar bieten der Marginhandel und der dadurch entstehende Hebel große Gewinnchancen, diese steigern aber im Gegenzug auch das mögliche Ausmaß an Verlusten. Hierbei gilt zunächst zu diversifizieren und die Positionsgrößen nicht über ein persönliches Komfortlevel zu steigern. Nur bedingt helfen kann hierbei die Übung mit einem Demokonto da der psychische Druck, welcher bei Echtgeld-Trades entsteht, nicht aufkommt.

Ein weiterer Nachteil sind künstliche Kursstellungen. Da der Preis der CFDs vom Broker gestellt wird, fällt die Regulierung einer Börse weg. Zwar sollen die Kurse der CFDs stets in Anlehnung an die börsengehandelten Basiswerte erfolgen, in der Praxis führen jedoch vor allem volatile Marktphasen zu regelmäßigen Abweichungen. Auch hierbei gelten zwei offene Augen und Ohren in Bezug auf die richtige Brokerwahl.

Wenn Sie CFDs traden, handeln Sie künstliche Finanzprodukte mit einem Broker. Ihre Geschäfte werden jedoch nicht über eine Börse abgewickelt und sind somit nicht öffentlich einsehbar. Wir Analysten ziehen für unsere Einschätzungen die Preisbildung und die Umsätze an den Börsen zu Rate. Dies wird jedoch deutlich erschwert, wenn die Masse der Marktteilnehmer in Grau- oder Schwarzmärkten agiert und der börsengehandelte Kurs eines Wertpapiers angezweifelt werden muss oder nicht mehr valide ist. Stellen Sie sich also vor, alle Wertpapierhändler würden auf künstliche Märkte ausweichen – eine faire Analyse oder Preisbildung wäre unmöglich.

Fazit

Grundlegend kann man also nahezu alle Trading-Stile und Setups mit CFDs abbilden – einige eignen sich aber besonders für diese Art von Derivaten. Weiterführende Informationen zur Thematik erhalten Sie regelmäßig auf unserer Homepage http://www.trading-stars.de

Autor: Christian Stern [1]