Psychologie und Trading

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Psychologie und Trading

Das Trading an sich ist mit hoher Emotionalität und psychischer Belastung verbunden. Gerade im Echtgeldhandel kann dies charakterliche Züge und Verhaltensweisen in bisher unbekanntem Ausmaß verändern. Sobald eine „scharfe“ Position im Markt ist, setzt das sogenannte „Equity-Starren“ ein. Verlust-Trades und Draw-Down-Phasen werden geduldet, während Gewinne meist viel zu schnell realisiert werden. So gibt man schlechten Positionen die Möglichkeit, sich auch weiterhin zum Schlechten zu verändern, guten Trades nimmt man jedoch jegliche Chance. Die alte Börsenweisheit „ Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“ wiederstrebt unserem natürlichen Verhalten zutiefst und muss ausdauernd und womöglich mit der Hilfe Dritter trainiert werden.

Trader sind oft Einsam und kämpfen daheim, allein vor Ihrem PC. Hinzu kommt ein großes Maß an Langeweile – gutes Trading ist langweiliges Trading, denn alle Parameter wie Ein- und Ausstieg, Stop-Loss und möglicher Gewinn, sind stets bekannt. Profitable Setups kommen zudem eher selten vor, sodass man den Großteil des Tages mit Abwarten verbringt. Die Kunst im Trading ist nicht, ständig dabei und investiert zu sein, sondern abwartend an der Seitenlinie zu stehen und auf seinen Einsatz zu warten. Mehrheitlich bilden die Märkte keinerlei Trends aus und laufen mehr oder weniger sinnfrei seitwärts – besonders in den kleinen Zeitebenen. Nachhaltige Ausbrüche kommen statistisch seltener vor, als sogenannte „Fakes“. Um dieses risikoaverse zu ermöglichen, gilt es dringend sich Ablenkung zu verschaffen. Ich persönlich nutze diese Zeit zum Verfassen von Artikeln oder zum Sport. Zudem trade ich nur an volatilen und liquiden Tageszeiten.

Der Umgang mit Geld

Große Gewinne, zum Teil auch nur im Handelsbuch, verändern die Sicht auf den Wert des Geldes. Nur weil man regelmäßig riesige Beträge bewegt, verändert sich der absolute Wert des Geldes nicht. Das private Ausgabeverhalten kann sich ins Negative verändern, sodass man schnell über seine Verhältnisse lebt.

Hektische Trader, die zu Aktionismus und zu übereilten, nicht durchdachtem Handeln neigen, müssen sich ruhigere Setups aneignen, ängstliche Trader, die Signale auslassen, zögern und aus Angst vor Verlusten Gewinne verpassen, müssen ihre Positionsgröße herabsetzen, und Trader, die nach Bauchgefühl handeln und damit keinen Erfolg haben, müssen wohl oder übel beginnen, systematisch vorzugehen.

Autor: Christian Stern [1]