Preisbildung im Börsenhandel

Aus Trading Stars Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Preisbildung im Börsenhandel

Die Preisbildung an Börsen wird nach festen Regeln in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage bestimmt. Sie ist das sichtbare Ergebnis von Kauf- und Verkaufsentscheidungen wirtschaftlich motivierter Marktteilnehmer. Der Umsatz- und Preisbildungsprozess ("Clearing") wird überwacht ("market surveillance"). Der aktuelle Börsenpreis wird dort taxiert, wo am meisten Umsatz generiert wird - also am meisten Angebot und Nachfrage zu einem Geschäft zusammengeführt werden können.

Instrumente zur Überwachung der Preisbildung
Times & Sales Sheet für den FDAX über 8 Handelssekunden

Generelle Gründe für Kursveränderungen

Generelle Gründe für Kursveränderungen können folgender Natur sein: wirtschaftlich, technische (neue Technologien), politisch, spekulativ, sozial, kulturell (Bsp. "Occupy-Bewegung"), klimatisch, Naturkatastrophen, Arbitrage, Laufzeit, Verfall, kurzfristige News und Übertreibungen, Währungsschwankungen. Jedoch ist keiner dieser Gründe für die Veränderung von Kursen reserviert.

Grundbegriffe zum Thema Preisbildung

Jeder neue Kurs wird als „Tick“ bezeichnet („Tickchart“). Der Kauf eines Basiswerts wird auch bezeichnet als: Long, Long gehen, Billigst, BID, Geld. Der Verkauf eines Basiswerts wird auch bezeichnet als: Short, Short gehen, Bestens, ASK, Brief.

Priorisierung der Orders

Die Ausführung der eingehenden Orders wird generell nach Ausführbarkeit, also nach absteigenden Limitierungen, und dem Zeitpunkt der Ordererteilung priorisiert - sogenannte Preis-/Zeitpriorität. Unlimitierte Orders ("Market") werden bevorzugt behandelt.

Die Instrumente zur Überwachung der Preisbildung

Dem Marktteilnehmer stehen verschiedene Instrumente zur Überwachung und Analyse des Preisbildungsprozesses zur Verfügung. Der aktuelle Preis eines Basiswerts wird auch als Kurs bezeichnet ("close-kurse") und zeigt uns das letzte getätigte Geschäft. Zudem ist die Geld-Briefspanne ("Spread") ersichtlich, also die Kurse zu denen als nächstes direkt gekauft oder verkauft werden könnte. Vergangene und damit abgewickelte Geschäfte zeigt uns die Times-und-Sales-Liste ("times & sales sheet"). Zukünftige und bereits aufgegeben Orders nahe dem letzten Kurs zeigt uns das Orderbuch ("Level 2", "Markttiefe").

Das Orderbuch - Blick in die Zukunft?

Während uns der aktuelle Kurs und das sogenannte „Times & Sales – Sheet“ gerade vergangene Umsätze anzeigen, wirft das Orderbuch (auch "Level 2" oder "Markttiefe" genannt) einen Blick in das noch anstehende, zukünftige Geschäft. Ähnlich einem aus der Buchhaltung bekannten „T-Konto“ werden sowohl bestehende Verkaufsaufträge also auch Kaufaufträge angezeigt. Die Einsehbarkeit ist jedoch, ausgehend vom aktuellen Kurs, sowohl nach oben als auch nach unten beschränkt, sodass nur die nächsten Preise einsehbar sind. Im DAX-Future zeigt uns die Terminbörse EUREX beispielsweise die nächsten 15 Geld- und Briefseiten, ausgehend vom aktuellen Kurs. Als Nachteil kann die Ungewissheit über die Echtheit der Orders bis zur endgültigen Ausführung genannt werden. Zudem ist der Datenfeed meist kostenpflichtig - Vorsicht vor „Fälschungen“ der Broker. Zudem können eingehende Market-Orders nicht abgebildet werden. Das Orderbuch lässt sich bei vielen Softwareanbietern direkt im Chart oder in einem Blocksystem visualisieren.

Times-und-Sales-Liste ("times & sales sheet")

Vergangene und damit abgewickelte Geschäfte zeigt uns die Times-und-Sales-Liste ("times & sales sheet"). Hier werden Umsätze mit dem jeweiligen Kurs, der Anzahl der Kontrakte und dem Zeitpunkt der Abwicklung festgehalten.

Börsenumsätze

Aus den Rohdaten der Times & Sales Liste lassen sich die klassische Umsatzanzeige in Indikatorenform sowie das preisbezogene Marktprofil ("Price-Volume-Profile") ableiten.

Limitierungen

Kauft ein Marktteilnehmer "billigst" oder "market" so soll unlimitiert zum nächsten Kurs gekauft werden, egal welchen Wert dieser hat. Verkauft ein Marktteilnehmer "bestens" oder "market" so soll ein unlimitierter Verkauf zum nächsten Kurs ausgeführt werden. Kauflimite sind immer Maximallimite wogegen Verkaufslimite immer Mindestlimite darstellen.

Autor: Christian Stern [1]