Grundlagen CFD´s - Demokratisierung im Börsenhandel?

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Grundlagen CFD´s - Demokratisierung im Börsenhandel?

Unabhängig von der Kapitalisierung des Kontos ermöglichen CFD´s einer Vielzahl von Tradern Zugang zu allen börsengehandelten Basiswerten und Märkten. Wir blicken auf Funktionsweise, Vor- und Nachteile sowie das Trading mit den beliebten und vielverbreiteten Finanzprodukten.

Allianz-Aktie an der elektronischen XETRA-Börse und als CFD

Grundlagen des CFD´s

Der Begriff CFD kommt aus dem Englischen und steht für „Contract for Difference“ und bedeutet soviel wie Differenzgeschäft. CFD´s sind Derivate, also von einem Basiswert abgeleitete Finanzprodukte. Ein solcher Basiswert („Underlying“) können alle börsengehandelten Produkte wie Aktien, Rohstoffe, Futures, Devisen, Anleihen und Zinsen sein.

Funktionsweise von CFD´s

Die Preisbildung von börsengehandelten Basiswerten hängt allein von Angebot und Nachfrage ab. Im Gegensatz dazu erfolgt die Preisbildung von CFD´s in Anlehnung an die Entwicklung der Basiswerte an den Börsen. Ändert sich also eine Aktie um ein Prozent im Wert, sollte sich auch der CFD darauf um ein Prozent im Wert verändern. Vom Grundsatz her verdient man mit einem CFD ganz einfach an der Differenz zwischen dem Kaufkurs und dem erzielten Verkaufskurs, also von der Kursveränderung, ohne jedoch dieses Wertpapier tatsächlich physisch zu besitzen (sog. außerbörsliches Geschäft, OTC).

Ein Beispiel: Allianz Aktie Teil 1

Die Hauptbörse der Allianz SE Aktie ist das elektronische XETRA-System in Frankfurt. Der letzte Handel kam dort zu einem Preis von 125,85 Euro zustande. Der Preis des CFD wird zur gleichen Zeit beim Broker in Anlehnung an den XETRA-Preis gestellt (Verkauf zu 128,85 Euro, Ankauf 125,90 Euro). Während die Börsen den letzten echten Handel darlegt und damit einen Kurs ermittelt, zeigt uns der CFD-Broker die aktuellen Handelsmöglichkeiten auf.

Vorteile von CFD´s

Der größte Vorteil von CFD´s ist der Handel auf Margin. Dabei muss der Händler nur einen Bruchteil des Handelsvolumens als Sicherheitsleistung beim Broker hinterlegen. Damit wird ein Hebel generiert. Damit wird das Depot deutlich wird agiler. Mit dem so frei werdenden Kapital kann man größere Positionen eingehen, Cash Bestand halten oder weitere Trades eingehen. Damit schaffen es die CFD´s, den Börsenhandel zu demokratisieren denn auch kleine Depots können somit „viel“ bewegen. Zudem sind nahezu alle Märkte handelbar (im Normalfall gibt es Zugangsbeschränkungen) und das Long- und Shortgehen (Leerverkaufen) ist möglich.

Ein Beispiel: Allianz Aktie Teil 2

Zurück zu unserem Beispiel mit der Allianz Aktie. Beim Kauf von 100 Aktien zu 125,90 Euro wird ein Handelsvolumen von 12.590,00 Euro bewegt – der Trader hat einen Kapitalbedarf von 12.590,00 Euro zzgl. Gebühren für Kauf und Verkauf. Beim Kauf von 100 CFD´s zu 125,90 Euro wird das gleiche Handelsvolumen von 12.590,00 Euro bewegt, der tatsächliche Kapitalbedarf ist jedoch durch den Hebel mit nur 377,70 Euro deutlich kleiner (theoretisches Beispiel, Marginsätze variieren je nach Broker).

Nachteile von CFD´s

Der größte Vorteil der CFD´s, nämlich der entstehende Hebel, kann jedoch für unachtsame Trader zum Verhängnis und damit zum Nachteil werden. Der entstehende Hebel stellt ein, vor allem für Anfänger, schwer einschätzbares Risiko dar. Die Gefahr des „Überhebelns“ besteht, da die Verluste die Sicherheitsleistung übersteigen können. Unser Tipp: Handeln Sie am Anfang komplett ohne oder mit einem geringen Hebel. Ein weiterer Nachteil kann die künstliche Handelsumgebung ohne börsliche Überwachung sein, da der Trader auf die faire Kursstellung des Brokers vertrauen muss. Das sogenannte „Abfischen“ von Stops privater Trader ist leider tägliche Realität. Auch versteckte Kosten, wie zum Beispiel Zinsen für Übernachtpositionen, können ein Problem werden. Zum Teil beobachten wir auch unseriöse Angebote auf dem CFD-Markt, sodass die richtige Brokerwahl absolute Priorität haben sollte. In unserem Forum können Sie Fragen dazu stellen.

Demokonten

Demokonten können Anfänger im Umgang mit Software und der Funktionsweise von CFD´s schulen. Um das eigentliche Trading zu üben, können wir diese jedoch nicht empfehlen. Vielfach werden die Kurse in den Demokonten der Broker anders abgerechnet als in den echten Konten sodass es zu Nachteilen im „scharfen“ Handel kommen kann. Zudem fehlt der psychologische Einfluss beim Handel mit „Spielgeld“ – beim Trading mit echtem Geld werden Sie Entscheidungen anders oder zum Teil irrational treffen und müssen lernen, damit umzugehen. Wir empfehlen daher den Start mit einem kleinen, aber echten Depot.

Trading mit CFD´s

Grundlegend kann man nahezu alle Tradingstile und Setups mit CFD´s abbilden, solange die Kostenstruktur und der Broker dazu passen.

Weitere Beiträge zum Thema Trading mit CFD´s folgen auf www.trading-stars.de.